Klimaschutz für Vellmar – Es wird Zeit!

Die jüngsten Überschwemmungen im Rheinland haben uns in Erinnerung gerufen, dass wir uns seit Jahrzehnten auf eine Klimakatastrophe zubewegen. Auch wenn sie mit Ausnahme der Extremwetterereignisse zum Teil nur unmerklich und schleichend auf uns zurollt, in den letzten Jahren war die Aufheizung auch in unseren Breitengraden zu spüren und an vertrockneten Landschaften, Ernteausfällen und drohender Wasserknappheit deutlich zu erkennen; nun auch wieder an Unwettern und extremen Niederschlägen. Die Weltgemeinschaft hat sich in Paris auf eine Beschränkung der Temperaturerhöhung auf möglichst 1,5 °C verpflichtet. Doch erst nach einer erfolgreichen Klimaklage von Fridays for Future und anderen vor dem Bundesverfassungsgericht verschärfte die Bundesregierung das Klimaschutzgesetz. Zentrales Instrument ist ein kontinuierlich steigender CO2 Preis. Zusätzliche Fördermittel sollen auf der anderen Seite den Umstieg auf einen klimafreundlichen Lebensstil ermöglichen.

Quelle: www.bundesregierung.de

Klimawandel auch in Vellmar

Auch hier im Kreis Kassel erlebten wir in diesem Sommer Wetterkapriolen und Hochwasserschäden. Die Bürger in Nordhessen haben also einen eigenen Anspruch, ihren CO2 Ausstoß zu reduzieren und sich an den Klimawandel anzupassen.

Hoffnung für mehr Klimaschutz in Vellmar?

Dabei hat Vellmar schon einige Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt. Beispielsweise wurden am Osterberg Sonnenkollektoren installiert, die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt oder das Neubaugebiet Vellmar Nord als Energie-Plus-Quartier geplant. Allerdings erstrecken sich diese Maßnahmen über 20 Jahre und der Gebäudebestand wurde nicht berücksichtigt, obwohl dieser die meisten Emissionen verursacht. Hier besteht sehr dringender Handlungsbedarf.

Auf Initiative von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN haben alle Fraktionen mit CDU und SPD am 12.7.2021 in der Stadtverordnetenversammlung den Magistrat beauftragt, ab 2022 ein integriertes Klimaschutzkonzept für Vellmar zu erstellen und eine Klimaschutzmanagerin bzw. einen Klimaschutzmanager einzustellen. Dies wird auch ausdrücklich von Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) befürwortet, wodurch in Vellmar jetzt endlich eine breite Basis für den Klimaschutz entstanden ist, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen und insbesondere die Bürger zu informieren und zu unterstützen. Das Konzept erfasst zunächst den aktuellen CO2 Ausstoß in Vellmar, legt Klimaschutzziele fest und identifiziert systematisch die Effektivität und Kosten von möglichen Maßnahmen, wo und wie am besten Treibhausgase eingespart werden können. In einem Maßnahmenkatalog lassen sich dann priorisiert nach Aufwand und Nutzen konkrete nächste Schritte ablesen. Dabei werden neben dem Stromverbrauch auch andere Sektoren wie Mobilität, Wärme und Konsum betrachtet. Allein das Heizen verursacht schon die Hälfte der Treibhausgase. In den nächsten Jahren werden die Bürger über den Stand der Umsetzung sowie Angebote informiert und können sich aktiv an der Erstellung und der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes beteiligen.

Gewaltige Kosten für die Gesellschaft durch „Nichtstun“

Auch wenn die meisten Maßnahmen Geld kosten werden, jedem sollte klar sein, dass „Nichtstun“ die Gesellschaft – und damit jeden Einzelnen – auf Dauer weitaus teurer kommt. Die Schäden in Westdeutschland dürften in die Milliarden gehen. Von den menschlichen Tragödien durch die vielen Todesfälle und den Verlust unwiederbringlicher Sachwerte ganz abgesehen. Nicht zu vergessen sind kostenintensive Anpassungen an den Klimawandel wie beispielsweise der bauliche Schutz vor Überschwemmungen, angepasste Bepflanzungen, Vorhalten von Sickerflächen in bebauten Gebieten, eine Intensivierung des Katastrophenschutzes und die Vorsorge vor Hitzeschäden in der Landwirtschaft.

Für private Investitionen in den Klimaschutz gibt es daher bereits teilweise hohe Förderungen, die den Kostendruck der Bürger senken sollen, und langfristig sparen die Bürger an dem steigenden CO2 Preis durch Senkung des Verbrauchs. Die Stadt stimuliert die lokale Wirtschaft und bekommt so höhere Steuereinnahmen. Ein großer Teil der Wertschöpfung bleibt dadurch in der Region. Somit entstehen Anreize für alle, gemeinsam den Klimaschutz anzupacken – Zeit wird´s!

Beratung häufig kostenlos

Die Verbraucherzentrale und die Energie2000 bieten kostenlose Beratungen an:

Energie2000: https://www.energie2000ev.de/was-wir-tun/

Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale-hessen.de/beratungsstellen/1527/kontakt/Energieberatung/15028

Kostenlose Erstberatung: https://verbraucherzentrale-energieberatung.de/beratung/onlineberatung/

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